Zuviel im Internet? Ich doch nicht!

Medienabhängigkeit

Onlinesucht – gibt es das wirklich?

5 Jahre Mediensuchtberatung – ein Resümee

Über das Thema Medienabhängigkeit war lange Zeit häufig in den Medien zu hören und zu lesen. Da wurden Zahlen genannt wie 2% der Bevölkerung in Deutschland ist abhängig vom Internet. Bei den Jugendlichen seien es bis zu 5% .

Im Gegensatz dazu steht die geringe Anzahl der Ratsuchenden ebenso wie das scheinbar geringe Interesse von Eltern an Präventionsveranstaltungen zu diesem Thema.

Über diese Diskrepanz kann man sich Gedanken machen: Ein Grund könnte darin liegen, dass ein großer Teil der Menschen mit problematischer Onlinenutzung im sozialen Kontakt eher unsicher und zurückhaltend ist und wie jeder Abhängige große Angst vor dem Verlust des „Suchtmittels“ hat.

Ein weiterer Grund der Vermeidung dieses Themas könnte in der Tatsache begründet sein, dass die Internetnutzung im privaten Bereich inzwischen zum Alltag gehört wie das Atmen und auch aus beruflichen Anforderungen bei den wenigsten Tätigkeiten noch wegzudenken ist. Da kann man sich vorstellen, wie groß der Widerstand sein muss, sich in diesem Bereich auch nur der Frage zu stellen, ob es da ein Problem geben könnte.

Im Gegenteil scheint es heutzutage einen hohen Wert zu haben, wie sicher man sich in der digitalen Welt bewegen kann und ob man die neueste Technik besitzt und sich diese leisten kann.

Beratung

Aus meiner Beratungstätigkeit weiß ich, wie enorm schwer es Betroffenen fällt, sich einen Kontrollverlust in diesem Bereich einzugestehen. Und wenn sie den mutigen Schritt zur Beratung und manchmal auch zur Therapie getan haben, finden sie nicht immer Verständnis dafür im Freundeskreis. Rückfälle sind oft sehr schambesetzt. Gerade die Freunde, die selbst viel spielen, zweifeln den Krankheitswert einer Onlineabhängigkeit gerne an und vertreten die Ansicht, das müsse man allein in den Griff bekommen.

Bei den Eltern ist es vielleicht so, dass sie lange versuchen, selbst mit dem Problem fertig zu werden und von Schuldgefühlen geplagt sind, was sie vielleicht falsch gemacht haben könnten, so dass ihr Kind sich in der digitalen Welt zu verlieren scheint. Welche dieser Mutmaßungen nun zutreffen mag und welche nicht, sei dahin gestellt.

Beratungstermine

Diese bietet Beratungstermine am Mittwoch- und Donnerstagnachmittag sowie eine offene Mediensprechstunde an jedem zweiten Mittwoch von 17.00 bis 18.00 Uhr an. Sprechstunden sind am 04.07.2018, 18.07.2018, 15.08.2018, 29.08.2018, 12.09.2018 und am 26.09.2018.

re:set! Projekt

Auf jeden Fall fördert das Land Niedersachsen mit dem „re:set“-Projekt den Aufbau von speziellen Angeboten zur Beratung und Hilfe bei Mediensucht oder Mediensuchtgefährdung an 16 Standorten in Niedersachsen, damit Betroffene und besorgte Angehörige künftig mehr qualifizierte Beratungs- und Hilfeangebote vorfinden. Einer dieser Standorte ist die Jugend- und Drogenberatung Wolfsburg.

Die Mitarbeiterin Annette Haring aktualisiert ihre Beratungskompetenz laufend durch aktuelle Fortbildungen zum Thema. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und ausgewertet von der MHH (Medizinische Hochschule Hannover).

Links

Links zum Thema Mediennutzung finden Sie hier.